Hygiene
Ein Tuch, das eben noch im Sanitärbereich war, hat auf einem Schreibtisch nichts verloren. Das ist der ganze Gedanke hinter dem Farbsystem, und der Grund, warum es sich seit Jahrzehnten hält.
Mikrofaser nimmt auf, was sie berührt, und gibt es an der nächsten Fläche teilweise wieder ab. Genau diese Eigenschaft macht sie wirksam, und genau sie wird zum Problem, sobald dasselbe Tuch in zwei Bereichen zum Einsatz kommt. Sichtbar ist das nicht. Ein gebrauchtes Tuch sieht nach dem Auswaschen sauber aus.
Weil man es dem Tuch nicht ansieht, hilft nur eine Regel, die ohne Nachdenken funktioniert: eine Farbe pro Bereich, und die Farbe verlässt ihren Bereich nicht.
Die verbreitete Aufteilung

Eine feste Norm gibt es nicht, aber eine Aufteilung, die in Deutschland fast überall gleich aussieht und deshalb auch für neue Kräfte sofort lesbar ist.
Wichtiger als die genaue Zuordnung ist, dass sie im Objekt einheitlich gilt, und dass jemand die Tücher nach der Schicht wieder nach Farben sortiert.
- Rot: Sanitärbereich, alles rund um WC und Urinal
- Gelb: Waschbecken, Armaturen, Spiegel, Seifenspender
- Blau: Büro und Möbel, etwa Schreibtische, Ablagen, Türen und Fensterbänke
- Grün: Küche, Teeküche, alle Flächen mit Lebensmittelkontakt
Wo das System kippt
Drei Dinge hebeln es aus. Erstens ein Tuch, das zu lange benutzt wird: Ist es gesättigt, schiebt es Schmutz nur noch herum. Zweitens der gemeinsame Eimer, in dem alle Farben landen, dann war die Trennung vorher umsonst. Drittens die Wäsche: Werden die Farben zusammen gewaschen, hilft die Sortierung danach nichts mehr.
Deshalb gehört zum Farbsystem immer auch ein Weg für die benutzten Tücher: getrennt gesammelt, getrennt gewaschen, getrennt zurück in den Wagen. Erst dann ist es mehr als eine gute Absicht.



